Johanniter, K-9 Suchhunde und Jugendfeuerwehr suchen vermisste Personen

18. Juli 2018
Am 07.07.2018 veranstaltete die Jugendfeuerwehr Niederkam eine gemeinsame Übung mit dem Johanniter Ortsverband Landshut und den Suchhunden vom K-9 Stützpunkt Erdinger Moos. Das angenommene Szenario: In einem Waldgebiet nahe Niederkam werden zwei Personen vermisst.

Die Übung begann für ein paar der Teilnehmer bereits sehr früh am Morgen. Sie wurden von Helfern der Johanniter passend zu ihren Verletzungen „geschminkt“ und zu ihren Unfallstellen verbracht. Die restlichen Einsatzkräfte trafen sich unter Leitung von Jugendwart Thomas Killies von der Freiwilligen Feuerwehr Niederkam und Fachausbilder Teddy Sturm von der Johanniter-Unfall-Hilfe am Gerätehaus in Kumhausen zu einer kurzen Lageeinweisung, anschließend ging es mit den Fahrzeugen ins Einsatzgebiet.

An der angenommenen Einsatzstelle angekommen, wurden die vorhandenen Kräfte in zwei Gruppen eingeteilt. Ein Suchhund der K-9 Suchhunde Erdinger Moos machte sich in Begleitung von Jugendfeuerwehr und zwei Rettungsdiensthelfern der Johanniter-Unfall-Hilfe auf den Weg die vermisste Person zu finden. Der Hund schnupperte an einer Geruchsprobe der vermissten Person und startete sofort zur Suche. Die Spur führte quer durch den Wald und binnen kürzester Zeit hatte der Suchhund die verletzte Person im unwegsamen Gelände aufgefunden. Sofort machten sich die Helfer der Johanniter an die fachgerechte Erstversorgung. Unter den wachsamen Augen von Fachausbilder Teddy Sturm und seinem Schiedsrichterteam nutzten die frisch ausgebildeten Rettungsdiensthelfer aus dem Ortsverband Landshut die Übung zur Vorbereitung auf den diesjährigen Landeswettbewerb der Johanniter in Kempten. Die gestürzte Radfahrerin hatte neben einer Gehirnerschütterung, ein stumpfes Bauchtrauma und eine offene Unterschenkelfraktur. Während die schwer verletzte Person durch die Johanniter versorgt wurde, machten sich die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr an die Vorbereitung für den Abtransport aus dem unwegsamen Gelände. Hierzu wurde das Löschgruppenfahrzeug zur Unfallstelle beordert und mittels Leitern, Leinen und Spineboard ein schonender Transport auf eine nahegelegene Waldlichtung vorbereitet. Dort sollte die verletzte Radfahrerin an einen angeforderten Rettungshubschrauber übergeben werden.

Während der Versorgung und der Befragung der verletzten Person äußerte diese plötzlich, dass ihr kleiner Bruder ebenfalls mit dem Fahrrad im Waldgebiet unterwegs ist und sie nicht wisse wo er ist. Sofort wurden durch den Einsatzleiter die Reservekräfte am Sammelpunkt über die Lage informiert und ein weiteres Team, bestehend aus einem Suchhund der K-9 Suchhundestaffel Erdinger Moos, Helfern der Johanniter und Jugendfeuerwehr, in Bewegung gesetzt. Der Suchhund hatte sofort die Fährte im Wald aufgenommen und führte die Einsatzkräfte zu einer nahegelegenen Streuobstwiese, auf der das Fahrrad des Jungen festgestellt wurde. Da auf der Wiese der Junge nicht aufgefunden wurde und der Hund der Spur in den naheliegenden Wald weiter folgte, wurden die inzwischen freien Einsatzkräfte von der ersten Unfallstelle auf die Streuobstwiese in Bereitstellung beordert. Kurz darauf hatte der Suchhund den vermissten Jungen in einer Senke gefunden. Sofort machten sich die Rettungsdiensthelfer der Johanniter an die Erstversorgung des jungen Mountainbike-Fahrers und stellten bei ihm eine Kopfplatzwunde, eine Rippenprellung und eine geschlossene Oberschenkelfraktur fest. Auch hier bereitete die Jugendfeuerwehr Niederkam eine patientenschonende Rettung vor. Nach erfolgter Erstversorgung wurde der verletzte Junge mittels Schaufeltrage und Leiterbock aus der Senke nach schonend oben gehoben und auf die angrenzende Streuobstwiese verbracht. Dort wurde er dem Rettungswagen übergeben, welcher ihn in ein naheliegendes Krankenhaus transportiert hätte.

Nach erfolgreichem Abschluss der Übung wurden die Gerätschaften wieder auf den Fahrzeugen verladen und es ging für alle Kräfte zurück zum Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Niederkam. Dort gab es nach einer Stärkung eine umfassende Aussprache mit den eingesetzten Helfern. Fachausbilder Teddy Sturm von der Johanniter-Unfall-Hilfe bedankte sich bei allen Kräften für ihren ehrenamtlichen Einsatz, die Ausarbeitung der Übung. Auch hofft er die bestehende, sehr gute Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen zu können. Auch Barbara Fazekas, Stützpunktleiterin der K-9 Suchhunde Erdinger Moos und die Hundeführer bedankten sich für die hervorragend organisierte Übung und die tolle Zusammenarbeit. Für Hunde und Hundeführer war es ein lehrreicher Tag und sie freuen sich auf weitere gemeinsame Übungen. Ein besonderer Dank gilt Martin Huber für die Bereitstellung des Übungsgeländes.

Bericht & Fotos: André Lüdtke/ FF Niederkam